Weitere Kontaminationen

Positive Schnelltests auf Nitroaromaten

 

In nächster Nähe zu dem mit Hexyl belasteten Haufen an der Artilleriestraße (Richtung ehemaliger General-Nehring-Straße) wurden Ende Juni 2022 weitere belastete Wurzelstubben gefunden. Diese Bäume haben sprengstofftypische Kontaminationen aus dem Boden aufgenommen und gespeichert.

Damit ist bewiesen, dass die Gefährdungsabschätzung und auch die Sanierung der Füllgruppe II unzureichend war. Hier wurden nämlich nur die Bereiche untersucht, in denen ehemalige Gebäude der WASAG dokumentiert waren. Sämtliche Bereiche außerhalb dieser Gebäude (also mehr als 80 % der Trassenfläche im WASAG-Gebiet) wurden ohne weitere Beprobung von der Sanierung ausgenommen. Hier zeigt sich, dass dies verantwortungslos war und dass sämtliches Material, dass das WASAG-Gelände verlassen hat zu beproben ist.

Die sofortige tiefrote Verfärbung zeigt eine hohe Belastung mit Nitroaromaten an.

Auch der Boden verfärbte sich tiefrot - ein deutliches Anzeichen für TNT, wie folgende Grafik aufzeigt.


Dass den Verantwortlichen bekannt ist, dass es noch kontaminiertes Wurzelholz vor Ort gibt, lässt sich an dem Betonmäuerchen erkennen, mit dem dieser Haufen aus Wurzelholz umgeben ist. Auch hier haben Schnelltests auf Nitroaromaten angeschlagen. Das Regierungspräsidium hat sich dafür bisher nicht interessiert!

Fahrlässige Ignoranz bei der festgestellten Gefahr durch Wurzeln und Hölzer

 

 

Am 22. April 2022 wurde das Regierungspräsidium aufgefordert, Beprobungsprotokolle zu diesem riesigen Haufwerk aus Wurzelholz auf dem Parkplatz an der General-Nehring-Straße zu übersenden oder eine Beprobung vornehmen zu lassen. Auf diese Aufforderung hat es bis zum 21. Mai 2022 keine Antwort gegeben.

 

Dabei gäbe es allen Grund, das Material zu beproben:

Einerseits zeigen die Verfärbungen des Aspalts an, dass es sich nicht um harmloses Holz handelt, noch viel wichtiger aber ist:

in Wurzelholz aus dem Weißbereich (also dem als nicht als kontaminiert eingestuften Bereich) wurden im April 2019 erhebliche Kontaminationen gefunden. Daraufhin wurden statt 15 Tonnen über 600 Tonnen Wurzelholz entsorgt - allerdings nur in 2019. 

 

In 2020 wurde kein weiteres Holzmaterial entsorgt, obwohl hier noch Rodungen in erheblichem Umfang stattgefunden haben, nicht nur außerhalb des Sanierungsbereiches, sondern auch innerhalb. 

 

Das ist Grund genug anzunehmen, dass es sich bei diesem Haufwerk um geschreddertes Holzmaterial aus dem Sanierungsbereich handelt. Ein privater Schnelltest deutet mit seiner roten Verfärbung an: hier liegt in der Tat kontaminiertes Wurzelholz (vgl. das Video rechts).

 

Ein Hinweis auf solche Belastungen hatte das Regierungspräsidium im Mai letzten Jahres noch ignoriert wegen mangelnder Aussagekraft eines Schnellests. Im Mai 2022 nutzte das Regierungspräsidium aber genau diesen Test, um die Kontamination des Haufwerkes zu bestätigen, die Anwohner:innen gemeldet hatten, wie die Oberhessische Presse berichtet. 

 

Das ist nicht der einzige Skandal beim Umgang mit den Altlasten:

Hier geht es zu Fragen an die Verantwortlichen.

Hier geht es zu Hintergrundinformationen.

 

Hier geht es zu Beweisfotos von belastetem Holzmaterial in April 2021. Das Regierungspräsidium reagierte nicht auf die Übermittlung.