Sanierte Mauerreste?

 

Diese und viele weitere Mauerreste wurden auf der Trasse gefunden. Das jüngste Bild von dem großen Haufen ist im Dezember 2021 aufgenommen.  Auf die Übersendung eines der Fotos von Mauerresten im April 2021 antwortet das Regierungspräsidium am 8.6.:

 

"Es haben umfangreiche Untersuchungen an den Gebäuderesten auf und neben der Trasse stattgefunden, sowohl vor dessen

Abbruch als auch die dadurch entstandenen Abbruchhaufwerke wurden analysiert. Anschließend wurden die Abfälle entsprechend der erhaltenen Analysenergebnisse deklariert und je nach Belastungsgrad über unterschiedliche Entsorgungswege zur Entsorgung verbracht. Durch die Sanierungsarbeiten wurden alle ausgebauten Materialien beprobt, abfalltechnisch eingestuft und ordnungsgemäß verwertet oder beseitigt. In diesem Bereich bestehen keine sanierungsbedürftigen Verunreinigungen mehr. ..."

 

Diese Antwort löst das Rätsel um die gefundenen Mauerreste allerdings nicht. Denn mit dem im Februar 2021 angeblich eingegangenen Abschlussbericht war die Sanierung ja abgeschlossen. Protokolle von Mauerresten liegen nur für die im Sanierungsplan 2017 aufgenommenen Gebäude vor. Seit Februar liegen diesbezüglich keine weiteren Protokolle vor.

 

Unsanierte Altkanäle

Der Planfeststellungsbeschluss verlangt, „Die Untersuchung möglicher Altkanäle im Bereich des WASAG-Geländes ist durchzuführen.“  (Nebenbestimmung 17, S. 62)  U. a. für den Altkanal Nr. 416135 , die Altkanäle im Bereich der nicht sanierten Gebäude und für die Altkanäle im Bereich des Panzerfaustschieß- und Sprengplatzes konnten allerdings bisher keine Sanierungsunterlagen bzw. Analyseprotokolle  gefunden werden.

 

Diese Fotos aus dem WASAG-Gelände sind vom 5. Dezember 2021. Die ausgebaggerten Altkanäle liegen offen entlang der Trasse. Sie sind teilweise gebrochen und mit Kabeln, Stahlseilen etc. vermischt. Es gibt noch nicht einmal provisorische Abdeckungen. Und offenkundig wurde die Bestimmung aus dem ÖPP-Vertrag ignoriert, nach deder Auftragnehmer den Auftraggeber informieren muss, sollten sich auf der Trasse Anzeichen zeigen, dass Altlasten vorliegen können (Punkt 33.4.3. S. 70)

 

Skandalös ist dabei auch, dass das Regierungspräsidium bereits im November darauf hingewiesen wurde, dass es laut Kartenmaterial in diesem, (teilweise) unsanierten Bereichen, noch zu beprobende Altkanäle geben müsste. Die abgebildeten Kanäle sind nach bisherigen Recherchen weder beprobt noch saniert worden. Sie weisen Verkrustung innen und außen auf.