Im Planfeststellungsbeschluss (S. 462) wird behauptet, die Einleitestelle der Fernableitung befände sich am Rande der Wasserschutzzone II. Allerdings beträgt die Entfernung zum Rand ca. 500 Meter (vgl. gruschu und Bild unten). Das abgeleitete Wasser würde sogar über zwei Kilometer weit dem Wasserverlauf folgen, bis es die besonders schützenswerte Zone II verlässt. Dass die Einleitestelle falsch angegeben ist, ist kein Versehen. In der Risikostudie zum Planfeststellungsbeschluss (S. 2 des Anhangs, vgl. Bild) wird dezidiert aufgeführt, dass sich die Einleitestelle innerhalb der Wasserschutzzone II befindet.
Einleitstelle der Fernableitung bei der Todenmühle Niederklein
Innnehalb der Wasserschutzzone II (roter Punkt) sollen die Abwässer aus vier Becken in die Klein geleitet werden, obwohl in Regenrückhaltebecken von manchen Schadstoffen nur 5 Prozent herausgefiltert wurden.
Influente oder effluent?
In 2006 konstatierte die ahu in ihrer Risikostudie, dass nahe der Todenmühle permant influente Verhältnisse anzutreffen sind (S. 17), dass hier also Oberflächenwasser in das Grundwasser gelangt. Das Risiko würde aber durch Überwachungsmaßnahmen minimiert. (Was genau minimiert die Überwachung? Denn Konsequenzen werden ja nicht beschrieben, die mit erhöhten Schadstoffen verbunden wären! Das passt zu der Aussage des Regierungspräsidiums, man würde etwas gegen die erhöhten Werte im WASAG-Gebiet unternehmen: das Wasser würde überwacht!
Diese Einleitestelle befindet sich außerdem am Rand eine Überschwemmungsgebietes. Es ist völlig offen, was mit den Abwässern im Falle eines Rückstaus passiert. Im Gutachten zur europäischen Wasserrahmenrichtlinie ist jedenfalls zugegeben, dass in Hochwassersituationen potentiell kontaminiertes Wasser ins Grundwasser gelangen kann (S. 71).
Influente Verhältnisse in der Risikostudie zum Planfeststellungsbeschluss S. 17 (Unterlage 13.1.2, 2006)
Effluete Verhältnisse im Fachbeitrag WRRL
Im Fachbeitrag zur Wasserrahmenrichtlinie schreibt die ahu dagegen, es herrschten effluente Verhältnisse vor, damit käme es nicht zu einer Infiltration des abgeleiteten Wassers ins Grundwassers. (Fachbeitrag ahu November 2020, S. 15)
Die ahu nutzt hier die Messungen des mehr als einen Kilometer entfernten Förderbrunnens P 31 anstelle des nahe der Todtenmühle gelegenen Förderbrunnes P 30, um behaupten zu können, es käme zu
keiner Infiltration mit Schadstoffen. h(Fachbeitrag ahu November 2020, S. 15)
Verspätete Richtigstellung der Lage mit nicht nachvollziehbarer Begründung
Die DEGES korrigierte nach Hinweisen aus der Bevölkerung in ihrer virtuellen Ausstellung die Einleitestelle und straft damit den Planfeststellungsbeschluss Lügen. Dort heißt es, es sei vorgesehen, "diese Fernableitung durch die Wasserschutzzone II hindurchzuführen bis zu einem Punkt am Rande der Wasserschutzzone II, an dem eine Einleitung in den Vorfluter Klein ohne eine Gefährdung des Oberflächengewässers und des Grundwassers möglich ist, da das gegebenenfalls verschmutzte Wasser ab dieser Einleitestelle in Fließrichtung der Klein aus der Wasserschutzzone II herausgeführt wird."
Die Begründung der Unschädlichkeit erschließt sich nicht. (Foto links: alte Fassung auf Basis des Gutachtens von September 2020 S. 10 , Foto rechts: aktuelle Fassung vom Februar 2022)
Denn: nach einem Gegengutachten wurde die Darstellung im November in einer Überarbeitung des Gutachtens korrigiert. (S. 9) Die Begründung, diese Stelle sei aufgrund der "effluenten Verhältnisse unschädlich (S. 9) widerspricht der Darstellung in der Risikostudie von 2006 (vgl. Bild oben links)