Baustopp-Kalender 2024

Der diesjährige Baustopp-Kalender listet ab dem 1. Februar in sieben Wochen 49 Fakten auf, die zeigen, wie dringend ein Baustopp der A49 ist. Sie hätte nach dem Fazit aus der Umweltverträglichkeitsstudie erst gar nicht gebaut werden dürfen. Dort hieß es, dass keine konfliktarme Realisierung möglich ist und daher eine andere Lösung zur Entlastung der Ortschaften zu suchen sei.

Zusätzlich gibt es seither eine solche Fülle an Missständen bei den Planungen, der Vorbereitung, der Berechnungen, der Sorgfalt, der Dokumentation, der Kontrolle und der Konsequenzen, dass ein Baustopp unumgänglich ist. Und die beiden Teilbaustopps im Mai 2022 und im Mai 2023 zeigen, dass diese Möglichkeit jederzeit besteht. Denn die durch den Bau zerstörten und beeinträchtigten Schutzgüter Boden, Wasser, Mensch (mit den Teilbereichen Wohnumfeld, Erholung, Gesundheit durch Verlärmung und Luftschadstoffe), Pflanzen, Tiere, biologische Vielfalt, Klima und Landschaft sind so immens, dass sie durch nichts zu rechtfertigen sind - auch wenn Ferrero und die unter Vorsitz des Regierungspräsidenten von Gießen im  Verein "Mittelhessen e.V." zusammengeschlossenen Firmen das anders sehen mögen. Die vielfältigen Klimaextreme und -katastrophen der letzten Zeit zeigen deutlich, wie dringend der Handlungsbedarf ist. Und beim Bau der Autobahn offenbart sich ständig, dass die Auswirkungen auf den Wasserhaushalt der Gegend nicht absehbar sind (Foto: Überschwemmung neben der Trasse im Natura 2000 Gebiet im Herrenwald, verursacht durch unkontrollierte Bauabwässer, die nicht gereinigt wurden, vom 31.3.23)

 

Der Baustoppkalender ist der vierte Kalender zur A49. Im ersten Jahr nach der Rodung solidarisierten sich im Danni-Kalender 49 Gruppierungen aus allen Teilen Deutschlands gegen die A49. In 2022 zeigte der Danni-Unrechtskalender an 49 Tagen viele Ausprägungen von Unrecht seitens der Regierenden, der Planfeststellungsbehörde, des Regierungspräsidiums, der Vorhabenträgerin, von finanzkräftigen Firmen vor Ort, Bauausführenden und von Polizist:innen. In dem Jahr folgte auf einen Hexylfund ein ca. dreimonatiger Baustopp, der nach einer Beprobung der Baugrube und der angeblichen Beprobung des ausgebauten Materials wieder aufgehoben wurde. Anfang 2023 listete der Danni-Skandalkalender an 49 Tagen Einzelheiten zu weiteren  skandalösen Rechtsverstößen, Lügen, Missstände und Schlampereien in Bezug auf den Natur-, Wasser- und Bodenschutz. Es ist zu hoffen, dass nicht erst gehandelt wird, „ ... wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist," Das sind wir unseren Kindern und den nachfolgenden Generationen schuldig.

 

Der Baustopp-Kalender beginnt In der ersten Woche mit sieben Einzelheiten zu den mangelhaften Planungen. Täglich wird eine Einzelheit ausgeführt, u. a. das gigantische Biotopwertdefizit der Autobahn. 

 

Hier geht es zu den Einzelheiten von Woche 1: Mangelhafte Planungen

Hier geht es zu den Einzelheiten von Woche 2: Mangelhafte Vorbereitung

Hier geht es zu den Einzelheiten von Woche 3: Mangelhafte Dokumentation

Woche 1: Mangelhafte Planungen

 

1.2.24 Biotopwertdefizit von 54.178 Punkten

2.2.24 Fehlende Berücksichtigung der Richtlinien zur Entwässerung

3.2.24 Falsche Basis für die Sanierung  

4.2.24 Mangelhafte Vorgaben beim Bodenschutz 

5.2.24 Zufahrtsweg am Schmitthof nicht vorhanden

6.2.24 Zuwegung zur Fernableitung unter  der Straße  

7.2.24 Tieferlegung in Maulbach nicht ohne Sprengungen möglich   

Hier geht es zu Einzelheiten.

Woche 3: Mangelhafte Dokumentation

 

15.2.24 Keine Dokumentation der Verlagerungen im Mai 2021

16.2.24 Keine Dokumentation des Bodens auf dem Parkplatz der Hessenkaserne

17.2.24 Keine Dokumentation der Aufschüttung an der Joßkleinbrücke

18.2.24 Keine Dokumentation der ersten Abgrabung nördlich der Main-Weser-Bahn

19.2.24 Keine Dokumentation der Dammaufschüttung südlich des Dannenröder Forstes 

20.2.24 Ungenaue Angaben der Aus- und Einbauorte

21.2.24 Fehlende Entsorgungs- und Verwertungshinweise im Haufwerkskataster

Hier geht es zu Einzelheiten.

Woche 2: Mangelhafte Vorbereitung

 

8.2.24 Keine "Freimessung" auf einer Strecke von 600 Metern

9.2.24 Keine Freimessung an den gesprengten SMG-Gebäude 3107 und 3109

10.2.24 Keine Freimessung an den gesprengten Hexa-Packhäuser 3084 und 3085

11.2.24 Freimessung durch die Bau-ARGE selber

12.2.24 Unzureichende Bemessungsgrenze

13.2.24 Mangelhafte Sanierung von dokumentierten Altkanälen

14.2.24 Keine rechtzeitige Überprüfung der "Abwehrbrunnen"

Hier geht es zu Einzelheiten.

Woche 4: Mangelhafte Sorgfalt

 

22.2.24 Mangelhafte Sicherung von Baugruben im WASAG-Gelände

23.2.24 Mangelhafte Entwässerung in der Wasserschutzzone II

 

24.2.24 Entwässerung außerhalb der Trasse außer Kontrolle

25.2.24 Mangelhafte Separierung von Straßenaufbruch im WASAG-Gelände

26.2.24 Mangelhafte Beprobung von Straßenaufbruch im  WASAG-Gelände

Hier geht es zu Einzelheiten.