Warnung

 

Schon 2011 warnte der Zweckverband Mittelhessische Wasserwerke vor dem Risiko durch den Autobahnausbau für das Grundwasser. Der Geschäftsführer Karl-Heinz Schäfer bezeichnet die geplanten Arbeiten  im September 2020 " wie eine Operation am offenen Herzen". Immerhin ist selbst im Gutachten der ahu als wahrscheinlich eingestuft, dass Brückenpfeiler in das Grundwasser hineinreichen.

 

David Bauer stellt am 24.11.20 ausführlich dar, dass das Land Hessen weitreichende Möglichkeiten hätte, den Ausbau zu stoppen, um das Trinkwasser zu schützen. Momentan sehen die Verantwortlichen trotzdem noch keinen Grund innezuhalten. Es ist zu hoffen, dass ein großer Druck der Öffentlichkeit sie dazu bringt, ihre Haltung zu ändern. 

 

Eine Anfrage bei der Regierung wurde bislang ignoriert. Und das, obwohl im Landtag 2011 eine "ungünstige Trassenwahl" festgestellt wurde: 

         "Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens zur Autobahn A49 

        -  VKE 40 - sind auf Grund der ungünstigen Trassenwahl Fragen zum Grund-, Trink- und Oberflächenwasserschutz sowie der

        Sprengstoffaltlastenproblematik aufgeworfen worden: Die geplante Trasse der A 49 soll auf einer Strecke von 2,5 km durch den 

        Bereich des Altlastenstandortes des ehem. Sprengstoffwerkes WASAG im Bereich der Stadt Stadtallendorf führen. Dieser unter

        Altlastenverdacht stehende Bereich liegt zudem in der Schutzzone III a der Trinkwasserbrunnen des Wasserwerkes Stadtallendorf

        des Zweckverbandes Mittelhessische Wasserwerke (ZMW), der größten und bedeutendsten Trinkwassergewinnungsanlage

        Mittelhessens."

 

 

Wasser-Chronik 

3/2000 Ministerialrat Siebenborn antwortet auf einen Berichtsantrag (Drucksache 15/893), "man könne beispielsweise ein Wasserschutzgebiet aufgeben, wenn man mit einem anderen, mindestens genau ergiebigen die Wasserversorgung der Bevölkerung sicherstellen könne. In dem konkreten Fall werde mit Brücken und einem Tunnel versucht, die Trasse so weit wie möglich anzupassen". Daraus lässt sich leicht ablesen, wie gravierend die Gefahren für das Wasserschutzgebiet sind. Ein Tunnel ist übrigens nicht mehr in Planung ... 

2/2011 Die Grünen stellen eine ungünstige Trassenwahl fest: "Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens zur Autobahn A 49 - VKE 40 - sind auf Grund der ungünstigen Trassenwahl Fragen zum Grund-, Trink- und Oberflächenwasserschutz sowie der  Sprengstoffaltlastenproblematik aufgeworfen worden: Die geplante Trasse der A 49 soll auf einer Strecke von 2,5 km durch den Bereich des Altlastenstandortes des ehem. Sprengstoffwerkes WASAG im Bereich der Stadt Stadtallendorf führen. Dieser unter Altlastenverdacht stehende Bereich liegt zudem in der Schutzzone III a der Trinkwasserbrunnen des Wasserwerkes Stadtallendorf des Zweckverbandes Mittelhessische Wasserwerke (ZMW), der größten und bedeutendsten Trinkwassergewinnungsanlage Mittelhessens."  Der Zweckverband Hessische Wasserwerke warnt vor dem Bau. 

6/2020 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass der Planfeststellungsbeschluss bezüglich der europäischen Wasserrahmenrichtlinie fehlerhaft ist. In dem Urteil wird auf die "nicht unerheblichen Investitionen" hingewiesen, die bereits ausgeführt wurden (Punkt 72) - was für eine Begründung! Ermessensfehlerfrei hat der Beklagte auch den nicht unerheblichen Investitionen, die die Vorhabenträgerin bereits im Vertrauen auf den Bestand des (rechtskräftig bestätigten) Planfeststellungsbeschlusses aufgewendet hat, ein besonderes Gewicht beigemessenErmessensfehlerfrei hat der Beklagte auch den nicht unerheblichen Investitionen, die die Vorhabenträgerin bereits im Vertrauen auf den Bestand des (rechtskräftig bestätigten) Planfeststellungsbeschlusses aufgewendet hat, ein besonderes Gewicht beigemessenErmessensfehlerfrei hat der Beklagte auch den nicht unerheblichen Investitionen, die die Vorhabenträgerin bereits im Vertrauen auf den Bestand des (rechtskräftig bestätigten) Planfeststellungsbeschlusses aufgewendet hat, ein besonderes Gewicht beigemessen

9/2020 Pünktlich zum Beginn der Rodungssaison bescheinigt am 28.9. ein von der DEGES beauftragtes Gutachten Unbedenklichkeit bezüglich des Wasserschutzes.

10/2020 Ein Greenpeace Gutachten belegt, das dieses Gutachten nicht ausreichend ist. Auch ein vom Aktionsbündnis "Keine A49" in Auftrag gegebenes Gegengutachten sieht in dem DEGES Gutachten erhebliche Mängel. Tarek Al-Wazir äußerst sich vor dem Studium "Das Gutachten ... sei "unzureichend fundiert" ... werde geprüft ... habe für die Gültigkeit des Planfeststellungsbeschlusses ... aber keine juristische Relevanz, unabhängig vom Ergebnis der Prüfung ..."

11/2020 Die ahu antwortet auf das Gegengutachten zum Wasserschutz

12/2020 Die Linken stellen einen Antrag auf Überprüfung der wasserrechtlichen Erlaubnisse. Dieser Antrag wird in der Tagesordnung der Plenarsitzung im Februar 2021 so weit nach hinten gesetzt, dass er nicht mehr behandelt wird.

3/2021 Regio consult erstellt ein Gutachten, das der ahu Stellungnahme erhebliche Fehler bescheinigt und ein ordnungsgemäßes Gutachten fordert.  Hier geht es zum Gutachten und einer Präsentation.