Ableitungen

Verstöße gegen die Richtlinien

 

Ungefilterte Ableitungen sind im Wasserschutzgebiet nach den Richtlinien verboten: in der "Richtlinien für bautechnische Maßnahmen an Straßen in Wasserschutzgebieten" heißt es: "Ist aus zwingenden Gründen und nach Abwägung aller Gesichtspunkte des öffentlichen Wohls eine Straßenführung durch die Zone II nicht zu vermeiden, muss ein ausreichender Schutz des Gewässers auf jeden Fall gewährleistet sein." (vgl. Bild unten) Ein ausreichender Schutz impliziert eine Filterung des Schmutzwassers der Autobahn. Eine solche ist bei verschiedenen Bauwerken nicht vorgesehen. 

aus der ahu Risikostudie 2006 zum Planfeststellungsbeschluss 

"Es sichert Oberflächenwasser aus dem Vorfluter in den Augengrundwasserleiter ein. Damit ist eine hydraulische Verbindung zur Trinkwassergewinnung möglich" - bedeutet: eine Verschlechterung des Wassers. Daran ändern auch Bau- und Überwachungsmaßnahmen nichts! Wie dies entgegen der Ristwag-Bestimmungen genehmigt werden konnte, bleibt rätselhaft.

aus dem Erläuterungsbericht wassertechnischer Untersuchungen (Vorentwurf) 2006 - hier ist  (ebenso wie im Planfeststellungsbeschluss s. u. ) davon die Rede, dass die Einleitung am Rande erfolgt. Die Zeichnungen unten zeigen ein anderes Bild!


Einleitestelle am Rand der Wasserschutzzone II?

 

Während im Planfeststellungsschluss (S. 462) noch behauptet wurde, die Einleitestelle der Abwässer befände sich am Rand der Wasserschutzzone II, zeigt das Bild, dass sich der rote Kreis der Stelle eher in der Mitte der hellblau markierten Zone befindet. Die Entfernung zur Wasserschutz-zone III beträgt Luftlinie ca. 500 Meter, das abgeleitete Wasser würde sogar über zwei Kilometer weit dem Wasserverlauf folgen, bis es die besonders schützenswerte Zone II verlässt. Selbst das Gutachten der DEGES gibt auf S. 71 zu,  dass in Hochwassersituationen “(potenziell belastetes) Wasser aus der Klein in den Grundwasserleiter versickert.“

Fehlinformation der DEGES

 

Im Frühjahr 2020 wird die DEGES mit folgenden Worten zitiert:

„In den Regenrückhaltebecken werde das anfallende Wasser vor Einleitung in die Gewässer gereinigt, und auch eventuell auslaufende Kraftstoffe würden aufgefangen. Zudem werde kein auf der A 49 anfallendes Regenwasser innerhalb der Wasserschutzzone II in die Gewässer eingeleitet.

Verschwiegen wird dabei, dass nur 5 - 75 % der Schadstoffe in den Regenrückhaltebecken abgebaut werden, vgl. nebenstehende Abb 7-1 auf S. 51 der ahu Risikostudie von 2006. 

Auch in seiner virtuellen Ausstellung ist die Fehlinformation bis Frühjahr 2021 zu finden:  „Zudem wird kein auf der A 49 anfallendes Regenwasser innerhalb der WSZ II in die Gewässer eingeleitet.“ Diese Aussage ist falsch, wie die DEGES später selber mitteilte: "Wir haben die Schautafel ergänzt und den entsprechenden Satz korrekt formuliert. Hier hatte sich der grafische Fehler sozusagen auf die Schautafel in Text übersetzt."  

 

 

Diese Änderung geschah erst nach Hinweisen von Bürger:innen. Dabei hatte schon die ahu in ihrer Erwiderung zur Stellungnahme von Regio Consult im November 2020 (S. 7) zugegeben, dass die Einleitestelle innnerhalb der Wasserschutzzone II liegt (vgl. hier ein Fehler vorliegt.

 

So genau nimmt es die DEGES also mit der Wahrheit. Denn Kritik an dieser Stelle gab es schon jahrelang. Und falls der Zweckverband Mittelhessische Wasserwerke sich tatsächlich mit dieser Stelle einverstanden erklärt haben sollte, wäre spannend zu eruieren, unter welchen Umständen die geschah!   

 

Ob der Bereich hydraulisch tatsächlich nicht kritisch ist, ist auch nicht abschließend geklärt. Schließlich basieren die Berechnung dazu auf Daten, die weit älter sind als ein Jahrzehnt.

Regenrückhaltebecken in einem Stark-regen- und Überschwemmungsgebiet

 

Nahe an diesem Bach im Gleental - mitten in einem Starkregengebiet (vgl. das lila Quadrat an dem roten Pfeil in der hessischen Starkregenkarte) soll das Regenrückhaltebecken S entstehen. Wie einer Havarie durch eine Überflutung in Hochwassersituationen vermeidet werden soll, ist bisher ungeklärt. Hier geht es zu einer Pressemitteilung zum Starkregen.

 

 


Der Antrag der Linken ein Moratorium zu beschließen, bis die Wasserproblematik geklärt ist, wurde von der Tagesordnung für die Sitzung im Februar 2021 genommen und ist auch weiterhin nicht diskutiert. Dabei gibt es noch viele weitere offene Fragen.

Zunahme von Wetterextremen

"Es wird trockener und häufiger extrem nass" - zu diesem Schluss kommt eine englischsprachige Studie. Und auch eine Studie zu den Folgen der Klimaerwärmung auf Straßenbauprojekte kommt zu dem Schluss, dass die Entwässerungsanlagen größer dimensioniert werden müssen. Davon wird beim Ausbau der A 49 bisher abgesehen, obwohl die Trasse durch ein sensibles Wasserschutzgebiet führt.