Keine Sickerwasserprognose beim Ausbau der A 49

 

Das hessische Handbuch Altlasten fordert eine Sickerwasserprognose bei schädlichen Bodenveränderungen in der ungesättigten Zone, wie sie im WASAG-Gelände vorhanden sind. (Quelle: Handbuch Altlasten, Band 3 Teil 3 Untersuchung und Beurteilung des Wirkungspfades Boden ➞ Grundwasser Sickerwasserprognose, Wiesbaden 2002, S. 6 und 13f)

Dabei zeigt ein schematische Darstellung aus dem Abschlussbericht zur Sanierung des DAG-Geländes (Endbericht KORA-TV 5.2. S. 55f – vgl. Text und Bild unten), dass auch nach einer Bodensanierung noch jahrelang Schadstoffeinträge ins Grundwasser erfolgen.

   

Das Regierungspräsidium schreibt dazu auf eine HUIG-Anfrage (im Original ohne Fettdruck): „Altlastenrelevante Grundwasseruntersuchungen bzw. Sickerwasserprognosen im Zusammenhang mit dem WRRL-Gutachten liegen mir nicht vor und sind nicht Gegenstand von Fachbeiträgen nach WRRL. … Aufgrund der erfolgreichen und abgeschlossenen Altlastensanierung im Trassenbereich der WASAG (=keine Schadstoffquelle mehr vorhanden) besteht hierzu kein Erfordernis. Allerdings verbleiben bei einem einfachen Auskoffern ohne eine hydrauliche Sicherung  mindestens sieben Prozent der Schadstoffe im Boden. (vgl. Endbericht KORA-TV 5.2. S. 128). Auch erlaubt der Planfeststellungsbeschluss auf Seite 61, dass Böden mit weniger als 80 mg TNT-TE/kg vor Ort verbleiben dürfen – unter der Voraussetzung, dass eine Verunreinigung des Grundwassers ausgeschlossen ist. Für den Ausschluss einer solchen Verunreinigung fehlt bisher ein Nachweis.

 

Quellen

Handbuch Altlasten, Band 3 Teil 3 Untersuchung und Beurteilung des Wirkungspfades Boden ➞ Grundwasser Sickerwasserprognose, Wiesbaden 2002, S. 6

Endbericht KORA-TV 5.2. S. 55f