Freigesetzte Giftstoffe in Stadtallendorf erfordern umgehenden Baustopp der A49

Pressemitteilung vom 11. Mai 2022

 

Gefährliche Versäumnisse bei der Sanierung des Altlastengeländes der WASAG in Stadtallendorf machen einen sofortigen Baustopp der A 49 unumgänglich! Ein Sprengstoffexperte bestätigte am Dienstag abend durch Beprobung den Nachweis von giftigem Hexyl an mehreren Stellen der Trasse.  Dieses Hexyl findet sich nicht nur in Form von auffälligen Verfärbungen (oberes Foto), sondern auch in vielen großen Brocken im Baustellenbereich (unteres Foto).

 

Das Regierungspräsidium hat trotz der Übersendung von Beweismaterial bisher keinen Baustopp angeordnet, obwohl nach dem hessischen Handbuch Altlasten Hinweise auf schädliche Bodenveränderungen der Bodenschutzbehörde mitzuteilen sind und die Arbeiten bis zur Freigabe einzustellen sind. (S. 21)

 

Inzwischen wurde beim Landeskriminalamt und beim Innenministerium eine Anzeige nach dem hessischen Gesetz über die öffentliche Sicherheit und Ordung (HSOG) gestellt. Schließlich besteht eine Gefahr für Leib und Leben. Einerseits sind die Bauarbeiter massiv gefährdet, da Hexyl beim Einatmen sehr giftig ist.  

Bei den Baggerfahrern, die die bei den Arbeiten aufgewirbelten Stäube über längere Zeit einatmen, wird sich das giftige Hexyl in den Talgdrüsen nachweisen lassen. Nicht ohne Grund ist bei Arbeiten mit Hexyl geeignete Schutzkleidung zu tragen und  beschmutzte Kleidung sofort auszuziehen. Berührungen mit der Haut sind sofort abzuwaschen, Abfälle müssen in gesicherter Weise beseitigt werden und eine Freisetzung in die Umwelt ist zu vermeiden. (vgl. die Hinweise S 27-28, S 35-36-37, S 61) Alle diese Vorschriften werden momentan nicht beachtet.

 

Es ist außerdem weder klar, wie mit dem kontaminierten Material unter der Abdeckung umgegangen wird, noch wieviel Hexyl sich in den weiterhin bewegten Erdmassen findet. Es ist wahrscheinlich, dass in der Zwischenzeit  Giftstoffe durch den Baustellenverkehr über die Trasse und die angrenzenden Verkehrswege verteilt wurde. Da die Messstellen außerhalb des WASAG-Geländes nur an einer einzigen Stelle auf sprengstofftypische Verbindungen beprobt werden, besteht damit auch eine Gefahr für das Grundwasser. (5) Dies macht einen umgehenden Baustopp umso dringlicher.